Das Problem: Herkömmliche Verfahren zur Erkennung von Schleifbrand, wie z. B. die Nitalätzung, sind bei beschichteten oder galvanisch überzogenen Oberflächen nicht anwendbar.
Während der Herstellung und Überholung vieler Fahrwerkskomponenten ist das Schleifen von Bauteilen aus beschichtetem Stahl (z. B. Hartchrom- oder HVOF-Beschichtungen) erforderlich. Die Stahlsubstrate dieser Bolzen, Achsen, Kolben, Rohren sind während des Schleifprozesses sehr anfällig für thermische Anlassschäden bzw. Schleifbrand. Herkömmliche Verfahren zur Erkennung von Schleifbrand, wie z. B. die Nitalätzung, sind jedoch bei beschichteten oder plattierten Oberflächen nicht anwendbar, da sich die kritischen Bereiche unter den Beschichtungen befinden. Dennoch muss die Bauteilqualität dieser sicherheitskritischen Komponenten überprüft werden – somit muss dies mit zerstörungsfreien Prüfverfahren erfolgen.
Die Prüfmethode: Das Barkhausenrauschen prüft zerstörungsfrei
ferromagnetische Stahlsubstrate durch eine Beschichtung hindurch
Barkhausenrauschen entsteht in einem ferromagnetischen Werkstoff unter dem Einfluss eines externen Magnetfeldes und reagiert empfindlich auf Veränderungen der Eigenspannungen und Mikrostruktur – zwei Effekte, die während des Schleifens auftreten können. Das Barkhausenrauschen-Verfahren prüft das ferromagnetische Stahlsubstrat zerstörungsfrei durch die Beschichtung hindurch. Die Prüfungen wurden gemäß dem SAE-Dokument ARP4462B „Barkhausen Noise Inspection for Detecting Grinding Burns in High Strength Steel Parts“ durchgeführt, das gewisse Prüfparameter und die Ausschusskriterien definiert.

Die Ergebnisse
Die Software zur Datenaufzeichnung hat automatisch eine Gut-/Schlecht-Bewertung vorgenommen sowie eine „Heatmap“ der Oberfläche erzeugt, um potenzielle Auffälligkeiten zu identifizieren und zu lokalisieren.

Verwendetes Prüfgerät für diese Anwendung:
Rollscan 350
Das Rollscan 350 wird zur Oberflächenkontrolle und zur Prüfung von oberflächennahen Defekten, wie Schleifbrand und Wärmebehandlungsfehlern eingesetzt. Veränderungen der Eigenspannungs- und Mikrostruktur können, in einer Vielzahl von ferromagnetischen Stählen und anderen ferritischen Materialien, detektiert werden.

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